Wirtschaft

Der Handel macht den Hauptanteil der Wirtschaft Vancouvers aus. Der Hafen Vancouver ist der größte Kanadas und der zweitgrößte an der Westküste Nordamerikas (bei den Exporten ist er der größte des Kontinents). Pro Jahr werden mit mehr als 90 Ländern Waren im Wert von 43 Milliarden CAD gehandelt. Der Hafen schafft rund 69.200 Arbeitsplätze und generiert 4 Milliarden CAD Bruttoinlandsprodukt.

Ein weiteres Standbein der Wirtschaft Vancouvers ist die Forstwirtschaft. Globale Konzerne wie Canfor oder West Fraser Timber (zweitgrößter bzw. drittgrößter Holzproduzent der Welt) haben hier ihren Hauptsitz. Ebenso ist Vancouver Hauptsitz zahlreicher Bergbau-Unternehmen wie Teck Cominco und Goldcorp. Die Börse Vancouvers, die Vancouver Stock Exchange (heute ein Teil der Toronto Stock Exchange), ist für kleinere bis mittlere Bergbauunternehmen der weltweit bedeutendste Markt für Risikokapital. Vancouver verfügt über zahlreiche Filialen nationaler und internationaler Banken und Dienstleistungsunternehmen (z. B. HSBC, RBC, BMO, CIBC).

Vancouver ist hinter Los Angeles und New York City der drittwichtigste Standort der nordamerikanischen Filmindustrie. Rund 10 % aller Hollywood-Filme werden in und um Vancouver gedreht, weshalb die Stadt häufig als „Hollywood North“ bezeichnet wird. Bei der Produktion von Fernsehserien ist Vancouver der wichtigste Standort hinter Los Angeles. Die Vancouver Film Studios gehören zu den bedeutendsten Film- und Fernsehstudios weltweit, weitere Unternehmen der Film- und Fernsehbranche haben ihren Sitz in verschiedenen Vororten. Gründe für das Ausweichen nach Vancouver sind der günstige Wechselkurs des kanadischen Dollars, die gleiche Zeitzone wie Los Angeles sowie die landschaftliche und architektonische Vielfalt in Greater Vancouver, die das Darstellen verschiedenster Szenerien aus der ganzen Welt ermöglicht. Begünstigt wird die Filmindustrie auch durch Steuererleichterungen der kanadischen Regierung.

Wegen der zahlreichen Universitäten und der hohen Lebensqualität haben sich mehrere Hochtechnologie- und Software-Unternehmen niedergelassen. In der Region hat sich ein besonders großer Cluster von Computerspiel-Entwicklern gebildet, die größten sind Electronic Arts und Relic Entertainment. Darüber hinaus entwickelt sich Vancouver zum Zentrum der Forschung an Brennstoffzellen. So hat der weltweit führende Hersteller Ballard Power Systems seinen Hauptsitz in der Nachbarstadt Burnaby, während das Institut für Brennstoffzellenforschung des National Research Council of Canada sich in Vancouver befindet.

Insbesondere seit der Weltausstellung Expo 86 hat die Bedeutung des Tourismus stark zugenommen. Neben zahlreichen Sehenswürdigkeiten, Parks und Stränden in Vancouver selbst sind es vor allem die vielfältige Natur in der Umgebung und die damit verbundenen Freizeitaktivitäten, die viele Touristen anziehen. Das 126 km nördlich gelegene Whistler-Blackcomb-Resort ist eines der beliebtesten Skigebiete Nordamerikas. Auch in den näher gelegenen North Shore Mountains sind viele Sommer- und Wintersportmöglichkeiten vorhanden. Ab Vancouver verkehren regelmäßig Kreuzfahrtschiffe, üblicherweise in Richtung Alaska.

 

granville island 

Früchte Markt auf der Granville Island 

 

 

Verkehr

Seit 1998 ist die Verkehrsgesellschaft TransLink für fast alle Belange des Verkehrswesens im Greater Vancouver Regional District und in Teilen des angrenzenden Fraser Valley Regional District zuständig, mit Ausnahme des überregionalen Schienen- und Fährverkehrs und der Taxis. TransLink betreibt in diesem Gebiet den öffentlichen Personennahverkehr und übernimmt teilweise oder gänzlich die Finanzierung und den Unterhalt von Straßen und Brücken (ohne Autobahnen).

Der Vancouver International Airport befindet sich in der Nachbarstadt Richmond auf Sea Island, einer Insel im Mündungsdelta des Fraser River. Vancouvers Flughafen ist der zweitgrößte Kanadas und der zweitgrößte an der Westküste Nordamerikas mit internationalen Flügen. Weitere bedeutende Flughäfen in der Umgebung sind der Abbotsford International Airport in Abbotsford und der Boundary Bay Airport in Delta. Im Stadtzentrum befinden sich zusätzlich Anlegestellen für Wasserflugzeuge und Landeplätze für Helikopter.

Aufgrund raumplanerischer Maßnahmen und der geographischen Lage gibt es in Vancouver mit einer Ausnahme keine Autobahnen. Die einzige ist der Trans-Canada Highway im äußersten Osten der Stadt. Alle anderen verengen sich vor der Stadtgrenze zu Hauptstraßen. Durch die Stadt zieht sich ein 170 km langes Radwegnetz. Die meisten Radwege führen entlang verkehrsberuhigter Nebenstraßen, im dichter besiedelten Stadtzentrum überwiegen Radfahrstreifen.

Zwischen Vancouver und Vancouver Island gibt es keine direkte Fährverbindung. Fähren von BC Ferries verkehren von der Horseshoe Bay westlich von West Vancouver nach Nanaimo und Bowen Island sowie von Tsawwassen in der Gemeinde Delta nach Swartz Bay unweit der Provinzhauptstadt Victoria und zu den Gulf Islands. Die SeaBus-Fähre verbindet die Stadtzentren von Vancouver und North Vancouver miteinander.

Der Hafen macht die Stadt zum wichtigsten Endpunkt der beiden transkontinentalen kanadischen Güterbahnen Canadian Pacific Railway und Canadian National Railway. Auch die amerikanische BNSF Railway (früher Great Northern Railway) besitzt eine Strecke nach Vancouver. Die Canadian Pacific erreichte die Stadt 1887, die Great Northern 1891 und die Canadian Northern (Vorgängerin der Canadian National) 1915. Die Bahngesellschaften bieten direkte Güterzüge nach Chicago, dem Eisenbahndrehkreuz Nordamerikas, sowie nach New York/New Jersey an. Die notwendigen Rangieranlagen der Gesellschaften liegen alle außerhalb des Stadtgebietes. In North Vancouver endet das Streckennetz der seit 2004 zur CN gehörenden British Columbia Railway.

InterCity-Züge zu anderen kanadischen Städten werden von VIA Rail unter der Bezeichnung The Canadian angeboten und fahren vom Bahnhof Pacific Central ab. Amtrak Cascades bietet eine Verbindung nach Seattle an. Ausflugszüge von Great Canadian Railtour verkehren unter dem Namen „Rocky Mountaineer“ nach Calgary, Jasper und Whistler. Der West Coast Express ist ein Pendlerzug, der vom Bahnhof Waterfront nach Mission verkehrt.

Rückgrat des öffentlichen Personennahverkehrs in Vancouver und Umgebung ist der vollautomatisch fahrende SkyTrain, der größtenteils als Hochbahn ausgeführt ist. Die Expo Line und die Millennium Line führen nach Burnaby, New Westminster und Surrey. Im Bau befindet sich die Canada Line in Richtung Richmond und Flughafen, die 2009 eröffnet werden soll. Im Auftrag von TransLink betreiben die Gesellschaften Coast Mountain Bus Company und West Vancouver Blue Bus ein dichtes Busnetz. Auf 15 Linien verkehren Trolleybusse. Diese ersetzten die Straßenbahnen und Interurbans der British Columbia Electric Railway, die von 1890 bis 1958 existierten. Überlandbusse von Greyhound Canada verkehren vom Bahnhof Pacific Central aus.

 

Bildung

Die Stadt Vancouver bildet den Schulbezirk 39, mit rund 57.000 Schülern und 119 Schulen der zweitgrößte in British Columbia. Wie auch in anderen Teilen der Provinz gibt es eine Vielzahl an privaten Schulen, die Anspruch auf eine Teilfinanzierung durch den Staat besitzen − dazu gehören religiöse, säkulare und sonderpädagogische Schulen, von denen die meisten zusätzlich Studiengebühren verlangen. Darüber hinaus gibt es drei Schulen, die Unterricht in französischer Sprache anbieten. Diese unterstehen dem Conseil scolaire francophone de la Colombie-Britannique, der für frankophone Schüler in der gesamten Provinz zuständig ist.

In der Region Vancouver gibt es zwei bedeutende staatliche Universitäten. Die University of British Columbia (UBC) wurde 1908 gegründet und befindet sich unmittelbar westlich der Stadt an der Westspitze der Burrard-Halbinsel. Die 1965 gegründete Simon Fraser University (SFU) hat ihren Hauptsitz in Burnaby. Die UBC und die SFU besitzen vom jeweiligen Campus ausgelagerte Lehreinrichtungen in Vancouver. Das British Columbia Institute of Technology ist eine technische Universität mit Einrichtungen in Vancouver, Richmond und North Vancouver. Im September 2007 wurde in Vancouver ein Campus der privaten Fairleigh Dickinson University eröffnet.

Bedeutende Kunsthochschulen sind das Emily Carr Institute of Art and Design (mit dem Status einer Universität), die Vancouver Film School und das Studio 58. Zwei Fachhochschulen (in Kanada college genannt) bieten in Vancouver ebenfalls höhere Ausbildungslehrgänge an, es sind dies das Vancouver Community College und das Langara College.

 

UBC campus

Luftaufnahme von dem UBC Universitätsgelände 

 

Medien

In Vancouver erscheinen zwei regionale Tageszeitungen, The Vancouver Sun und The Province. Beide werden von der Pacific Newspaper Group herausgegeben, einer Tochtergesellschaft von CanWest Global Communications. Ebenfalls vertrieben werden zwei landesweit erscheinende Tageszeitungen, The Globe and Mail und National Post. Die drei Tageszeitungen Ming Pao, Sing Tao Daily und World Journal richten sich an den chinesischsprachigen Teil der Bevölkerung. 24 Hours und Metro sind kostenlose Pendlerzeitungen. Ebenfalls kostenlos ist die Wochenzeitung The Georgia Straight. Zweimal wöchentlich erscheint die Lokalzeitung Vancouver Courier.

Auch in British Columbia sind die national tätigen Fernsehanstalten mit regionalen Ablegern vertreten. Bei den öffentlich-rechtlichen Anstalten Canadian Broadcasting Corporation und Télévision de Radio-Canada sind dies die Sender CBUT und CBUFT, während die kommerziellen Anbieter Citytv, CH und CTV mit Citytv Vancouver, CHEK-TV und CTV British Columbia vertreten sind. Der Lokalsender Global BC hat die höchsten Marktanteile im Nachrichtenbereich. Channel m richtet sich an die zahlreichen Immigranten und sendet in fünf asiatischen Sprachen.

Die drei wichtigsten Radiostationen sind CBC Radio One, CKNW und News1130. Daneben gibt es eine Vielzahl von Sport- oder Nachrichtensendern, hauptsächlich auf AM, sowie zahlreiche Musiksender, die mehrheitlich auf FM zu empfangen sind.